Toskanatour 1995

 

Toskanatour 1995



Auf den Spuren des Giro...

 

 
Dort, wo ein paar Tage nach uns der Giro d´Italia 95 rollte, quälten uns langgezogene Steigungen und genossen wir wunderschöne Strecken, aber lest selbst wie es dazu kam ...


Es begann alles am 04.05.1995:

Wir fuhren mit einem "MOBOTEL" in Richtung Siena. Das "Mobotel" ist ein 54-sitziger Bus, der umgebaut wurde und jetzt 8 Schlafplätze, eine Küche, eine Dusche und einen Sitzbereich aufweist. Wir übernachteten in Colle di Val d`Elsa.



05.05.1995, Freitag:
Abfahrt: 08.32 Uhr, Wetter: heiter bis wolkig, danach sonnig.

1. Etappe: Colle di Val d´Elsa - Populónia; Tageskm: 135,97 <..> bedeutet gefahrene Km, Schnitt: 27,58 km/h

Wir, achte an der Zahl, fahren in Colle di Val d´Elsa (Straße Nr. 541) (202 Hm) mit unseren Rädern los. Es geht über Gracciano dell´Elsa - Paurano (259 Hm), vorbei am Passo gio al Massi (509 Hm) mit der Bergwertung am Montebello <27,4 km>. Hinunter nach Frosini. Bei <35,5> rechts ab. Weiter auf der Straße Nr. 441 durch Palazzetto - hinauf nach Boccheggiano (664) - kurz hinunter und wieder hinauf nach Prata (618) <66,09>, wo wir eine kurze Rast einlegen. Nach 8 km, bei <74,28> fahren wir rechts in die Straße 439 - nach weiteren 12 km, links in die Straße 398 ein, durch Monterotondo (539 Hm) <89,37> - vorbei an Frássine (168 Hm) <101,87> - Suvereto (90 Hm) <114,32> und Cafaggio <120,81>.

Bei km <123,04> (11 Hm) biegen wir rechts in Richtung San Vincenzo und nach weiteren 800 m nach links ab. Über die Autostrada und kleineren Nebenstraßen finden wir die richtige Straße nach La Torráccia - schließlich noch 4 km ebene Windschattenpolzerei - über einen kleinen Hügel bis nach Populónia <135,97>, wo wir bei einem wilden Campingplatz eintreffen. Das Mobotel und unser Chauffeur (auch Koch) erwartet uns schon. Er hat bereits gekocht und wir genießen es.


Da wir noch nicht genug haben, fahren wir mit dem Rad noch ein bisschen aus und so gab es am 05.05.1995, Freitag: Abfahrt: Nachmittag, Wetter: sonnig;
noch eine

2. Etappe: Populónia - Piombino - S. Vincenzo; Tageskm: 50,87

Fahrt in Richtung Piombino, wo wir uns auf der Strecke die Fahrkarten für die Fähre nach Elba kaufen. Wir fahren durch Piombino, noch einmal durch Piombino und noch eine Runde. Typisch verfahren. Zu guter letzt werden es noch einmal 50,87 km. Ist doch schön, oder?

---- Danach, ruhiger Ausklang ----


06.05.1995, Samstag
: Wetter: sonnig

3. Etappe: Populonia - Piombino - Fähre - ELBA-Rundfahrt; Tageskm: <124,93>, Schnitt: 23,61 km/h

Tagwache um 06.00 Uhr - Frühstück - Abfahrt von Populónia nach Piombino um 07.05 Uhr, wo wir nach 11,87 km ankommen. Von dort geht es mit der Fähre "NARVAMA" zur Insel Elba, - wo wir im Hafen Portoferraio nach einer Fahrtzeit von 1 Std. ankommen.

Vom Hafen fahren wir Richtung Biodola, wo wir einen kurzen Blick auf die schöne Bucht werfen -
Nettes Bergdorf auf Elba   weiter auf das Bergerl nach Pecorino (144 Hm) <20,5> -

hinunter nach Procchio (21 Hm) <22,65> - durch Maciana Marina - hinauf nach Poggio (302 Hm) <34,51>.

Kurz hinunter und wieder hinauf nach Madonna del Monte Marciana (375 Hm) <43>, weiter geht es der Küste entlang - wunderschön - bis Zanca, durch Patresi il Martaio - hinauf nach Colle d. Orano - entlang der Küste bis nach Chiessi <51,04> wo wir in ein Restaurant gehen. Setzen, bestellen, essen, zahlen und das alles in 38 Minuten, Rekord. Danach - "pressing" über Pomonte - Fetovaia - Cavoli - bis nach Marina di Campo - dann geht es hinauf auf den 302 m hohen Bonalaccia <70,21>. Die Sonne steht hoch und kein Lüfterl weht. Wir quälen uns hinauf, es kommen aber alle an.

Bei km 72,01 gibt des in einer Kurve den 1. Defekt. Nach dem Reifenwechsel geht es weiter nach Lacona (25) <78,45> und Richtung Porto Azzuro (74 Hm) wo wir bei <85,07> ankommen. Am Hafen gibt es Eis und Bier, danach weiter vorbei am Cima di Monte (516 Hm) bis kurz vor Le Grotte im Bereich von Cavo geht es dann für ca. 6 km teilweise 15 %ig nach oben bis auf den Cima di Monte (516). Auf den Weg dort hinauf kämpfen wir mit der Hitze und den anderen Elementen der Erde. - Gedanken wie: sitzen ist schöner - Bier ist kühler usw. gehen uns durch den Kopf.

Nachdem wir aber keine Zeit zum Verschnaufen haben, geht es weiter über eine steile Abfahrt bis ins Tal - durch Carpani - bis nach Portoferraio <112,04>.Wir erreichten gerade noch unsere Fähre. Von Piombino noch das letzte Stück bis zu unserem Mobotel am Campingplatz bei Populónia. <124,93>

Es gibt einige Mutige, die sich in das kalte Meerwasser (ca.18 Grad) wagen.


07.05.1995, Sonntag: Wetter: sonnig

4. Etappe: Populónia - Lago d. Bolsena; Tageskm: <116,72>, Schnitt: 25,32 km/h

Da uns die Strecke von Populónia bis nach Grosseto bzw. dann weiter bis zum Lago d. Bolsena mit den ungefähr 196 km zu weit ist, fahren wir nach dem Frühstück mit dem Bus bis nach Grosseto, von wo aus die Fahrt mit dem Fahrrad beginnt.

Vorerst befahren wir die Straße 322 - aus Grosseto hinaus durch Istia d´ Ombrone (39 Hm) <7,5>, wo es schon die erste leichte Steigung gibt, weiter durch Preselle <15,48> - Montorgiallo <18,84> - hinauf nach Pancole (462 Hm ) <21,96>, wobei es eine schöne Steigung mit langgezogen Serpentinen und ca. 12 Prozent gibt. Nach Fonte al Carpina (512 Hm) <26,41> ist es nur noch eine Kleinigkeit. Es wird zusammengewartet und schon geht es wieder abwärts nach Scansano (492 Hm) <27,02> - von nunan geht es leicht hügelig dahin, bis schließlich wieder eine anstrengende Steigung beginnt, die bei <49,62> endet. Wir finden eine fast unberührte Schwefelquelle namens "Terme di Saturnia".

Nach einem warmen Schwefelbad, geht es mit ausgelaugten Gliedern weiter.

Über Montemerano <63,48> hinauf nach Manciano <68,12>, durch - Cal. Pergolacce (289 Hm) - und "schöne", langgezogene, nicht endende Steigungen hinauf auf den P. gio Piazza dei Troi (437 Hm) - durch Corano - Madonna d. Grazie - vorbei an Pitigliano (313 Hm) <86,46>. Dort beginnt es schon wieder langsam zu steigen und es führen uns langgezogene Kurven durch La Rotta (484 Hm) <94,08> - Casone - wobei uns Steigungen zwischen 9 und 12% auf den P.gio Evangelista (595 Hm) führen. Hinunter in den schönen altgebliebenen Ort Gradoli (470 Hm) <104,91>. Im Dorf herrscht noch richtige Bergdorfidylle und wir sehen bereits den Bolsena See. Am "Lago d. Bolsena" <116,72> steuern wir einen Campingplatz an.

Den Abend lassen wir bei ein paar Flascherl Vino rosso ausklingen.


08.05.1995, Montag
: Wetter: sonnig (wie immer)

5. Etappe: Lago d. Bolsena - Lago Trasimeno; Tageskm: <133,81>, Schnitt: 23,41 km/h

In der Früh nach dem Frühstück geht es vom Campingplatz am Lago d. Bolsena (305 Hm) los und damit es uns nicht langweilig wird, beginnt nach ca. 1,5 km ein 10-12% Steigung, welche uns in eine Höhe von (545 Hm) bringt. Weiter geht es ca. 5 km in rasender Talfahrt über die Serpentinen ins Tal bis nach Orvieto (184 Hm) <22,1>. Auf der Straße Nr. 71 geht es weiter nach Bagni (311 Hm) - und schon wieder eine schöne anstrengende Steigung bis nach Valicodi M. Nibbio (544 Hm) hinauf. Kurze Abfahrt und zur Abwechslung mal wieder hinauf - Ficulle (437 Hm) - S. Cristoforo (465 Hm). Endlich hinunter nach S. Maria (254 Hm) <62,54>, durch S. Lorenzo - Monteleone (498 Hm) <70,21> - Cittá d. Pieve (509 Hm) <78,45>. Auch diese Stadt beeindruckt uns durch seine alten Häuser und schönen engen Gassen.

Weiter geht es hinunter nach Po Bandino (272 Hm) - durch Chiusi - San Giuseppe (252 Hm) - Montallese - La Rossa - San Adele - Pozzuola (358 Hm) <108,46> und weiter über Straße 454 nach Castiglione del Lago (304 Hm) <117,23>, Borghetto <127,33> bis zum Campingplatz im Ort Tuoro (258 Hm) <133,81> welcher direkt am Lago Trasimeno liegt (nicht so schön wie der Bolsenasee aber trotzdem gemütlich).


09.05.1995, Dienstag
: Wetter: sonnig

6. Etappe: Lago Trasimeno - über den Apennin - Torrette di Fano, Tageskm: <161,31>, Schnitt: 29,12 km/h "Bergetappe"

Nach einem ausgiebigen Frühstück beginnen wir mit unserer heutigen Tour am Lago Trasimeno (258 Hm) - fahren durch Tuoro und weil "es so schön ist" geben wir uns wieder einmal eine ca. 9 % und 10 km lange Steigung bis nach M. Castiglione in einer Höhe von (604 Hm). Weiter geht es, immer leicht auf und ab auf der Straße 416 - durch Mercatale (298 Hm) - Mengaccini (296 Hm) - S. Andrea di Sorbello (304 Hm) <28,88> - La Mita - La Dogema - Niccone <39,11> - Promano <45,56> - S. Lucia (286 Hm) bis nach Cittá di Castello <52,21>.

Dort beginnt die Steigung auf den Pass. Die ersten 6 km bis zum Belvedere (436 Hm) mit einer durchschnittlichen Steigung von 12 %, danach geht es weiter mit ca. 7-8 %. Die insgesamt 19 km Steigung auf den 733 m hohen Bocar Seriola gelingt uns leichter als gedacht. Wir übersehen sogar den Gipfel und stürzen uns bis nach Apécchio (493 Hm) ins Tal, durch Pióbbico (339 Hm) <89,23> - Abbazia di Naro (226 Hm) - Bellaria - Acqualagna (204 Hm) <110> - weiter Richtung Fossombrone.

Wir gelangen zwischen wunderbaren Berglandschaften schließlich in ein von hohen Felsen umragtes Tal mit hellgrün schillerndem Fluß, ähnlich dem österreichischen Gesäuse. Wunderschön. In Fossombrone (118 Hm) <121,39> sind wir schon ziemlich geschaftt und entdecken endlich ein Lokal, wo wir alle gegrillte Lammkoteletts, Pommes, Salat und Birre essen bzw. trinken.

So gestärkt geht es munter weiter durch San Martino del Piano - Tavernelle - Calcinelli - Lucrézia - Cuccurano - Fano, wo wir bereits das Meer sehen können.

Am Campingplatz Stella Maris in Torette di Fano kommen wir nach <161,31> und einem Schnitt von 29,12 km/h an, wo wir von unserem Choufeurkoch bereits erwartet werden.


10.05.1995, Mittwoch
: Wetter: heiter bis bewölkt

7. Etappe: Torretto di Fano - Gatteo a Mare, Tageskm: <108,80>, Schnitt: 23,82 km/h

Die vorerst als leichte Rolleretappe gedachte Strecke ging von Torette di Fano (2 Hm) los - weiter durch Fano. Im Ort zweigen wir in das Landesinnere ab. Durch Carignano und dann beginnt bei km <29> plötzlich eine nicht eingeplante 4 km lange und ca. 15 %ige Steigung auf (324 Hm). Es schinden sich alle. Von dort geht es wieder bergab nach Cuccurano (88 Hm) und dann gleich wieder hinauf nach San Andrea (215 Hm) <44,56>.

Danach geht es leicht hügelig nach - Pésaro (11 Hm) <59,5>, wo wir zuerst am Meer und am Hafen entlang fahren bis es schließlich wieder bergauf auf (197 Hm) geht.

Nach S. Marina (156 Hm) geht es kurz hinunter und wieder hinauf (181 Hm) - weiter durch Fiorenzuola di Focara - Casteldimezzo (197 Hm) - Gabicce Monte (144 Hm), wo wir die Mittagspause einlegen.

Danach geht es weiter über Gabicce Mare - Cattólica <70,98> - Misano Adriatico - Riccione - Rimini <91,12 > - Viserba bis nach Marina. Mitten im Ort, ca. 8 km vor dem Ende der Etappe, haben die tiefhängenden Wolken kein Erbarmen mehr mit uns. Der Nieselregen geht über in einen Schütter - wir haben keine "Schanze" mehr trocken zu bleiben und so kommen wir völlig durchnässt in Gatteo a Mare (2 Hm) <108,80> an.

Fahrradwaschung





    Auch Fahrräder brauchen Pflege.







11.05.1995, Donnerstag
: Wetter: 08.00 Uhr - Nieselregen; 09.00 Uhr - bewölkt

8. Etappe: Gatteo a Mare - San Marino - retour, Tageskm: <132,96>, Schnitt: 23,56 km/h

Von Gatteo a Mare (2 Hm) - vom Campingplatz Delle Rose geht es los über San Mauro a Mare - Capanni - San Mauro Pascoli - Savignano sul Rubicone (32 Hm) - hinauf nach Montalbano (322 Hm), wo uns beim Anstieg die ersten Schweißperlen über die Stirn laufen - danach hinunter nach Tribola - wieder hinauf nach Borghi (302 Hm), einer scheinbar vergessenen alten Stadt - weiter nach Sogliano als Rubicone (380 Hm) - Ponte dell Uso (72 Hm).

Anschließend fahren wir vorbei an Pferdeweiden, bis wir schließlich die anstrengenden Kehren bis nach Alessio (405 Hm) hinter uns bringen - vorbei an Uffogliano - Villa Nuova - Torello, wo die Steigung in Richtung San Marino beginnt. Die knapp 12 km bis dorthin ziehen und ziehen sich. Jeder von uns liefert sich einen Kampf mit sich selbst und den langen Kehren, wobei wir uns die letzten drei Kilometer über das alte Stöckelpflaster quälen und endlich die Spitze von San Marino in einer Höhe von (521 Hm) nach <60,98> erreichen. Nach einem Fototermin geht es wieder weiter und wir freuen uns so richtig über den Nieselregen. Nach kurzer Zeit hört es wieder auf und die Straße trocknet.

Wir fahren hinunter auf (158 Hm) und dann wieder hinauf nach Verucchio (296 Hm), wobei uns die Steigung dorthinauf wieder einiges abverlangt. Gleich wieder hinunter nach Villa Verucchio durch San Martino - Santarcángelo al Roma (88 Hm) <86>, Savignano sul Rubiccone (32 Hm) bis nach Cesená, wobei wir desöfteren die Schallmauer von 50 km/h auf der Ebene brechen. In Cesená fahren wir auf die Straße 304 bis nach Cesenático und danach am Meer entlang bis nach Gatteo a Mare (2 Hm) wo wir nach <132,96> am Campingplatz ausgelaugt ankommen.

Wir sind alle ziemlich erschöpft und freuen uns auf die wohltuende Dusche.


12.05.1995, Freitag
: Wetter: 06.00 Uhr Regen

9. Etappe: Gatteo a Mare - Venedig, Tageskm: <00,00>

Um 07.00 Uhr nieselt es noch. Um 08.00 Uhr ist es bewölkt - tiefe schwarze Wolken hängen am Himmel - wir warten bis 09.00 Uhr. Wir fragen eine alte einheimische Frau wie das Wetter wird und sie meint, daß es am Vormittag viel regnen wird. Wir beschließen, die Räder auf das Mobotel zu packen - die Plane drüber - die Sonne kommt heraus - wir fahren mit dem Bus bis nach Venedig.

Als wir aus dem Bus steigen wollen, beginnt es in Strömen zu regen. Nachdem sich das Wetter wieder beruhigt hat, steigen wir in ein Boot-Taxi und fahren bis zum "Markusplatz". Dieser wird von uns bestaunt und ausgiebig fotografiert. Danach gehen wir durch das Labyrinth von Venedig bis zum Busparkplatz zurück, werden mit dem Mobotel sicher durch das Canaltal bis nach Hause gebracht, wo wir am 13.05.1995, gegen Mitternacht ankommen.

In 7 Tagen brachten wir <973,00> Kilometer hinter uns und konnten dabei die wunderschöne Landschaft der Toskana leider nur im Vorbeifahren bewundern. Alle waren der Meinung, dass wir wiederkommen müssen, aber dann mit mehr Zeit.

Michael


Übrigens: Die gefahrenen Strecken würden sich auch wunderbar dazu eignen mit unseren Motorrädern befahren zu werden. Eine Überlegung wäre das schon Wert.